Ferientag / Im Bett

Im Bett nach dem ersten Ferientag fragte C.: „Wieviel mal schlafen bis er wieder arbeiten muss?“ „Achtmal“, antwortete L. ohne nachzudenken. 

Er lächelte. „Wieso du von mir in der dritten Person sprichst, musst du mir gleich verraten. Aber erst, wenn ich dir den Kaffee ans Bett serviert habe.“

sBeim Herausgehen streifte er sich das Hemd vom Vortag über. Ein schlichtes, weißes, wunderschönes Hemd. 

Beim Herausgehen streifte er sich das Hemd vom Vorabend über. Ein schlichtes, weißes, wunderschönes Hemd. Sie träumte aus dem Fenster während er in der Küche hantierte. Wolken, wieder diese fantastischen Wolken, ungetrübte Aussicht weit über die Stadt. Die lila Flecken der Jacaranda-Alleen verstreut. Sie würde heute durch die Stadt streichen mit ihrer Kamera und nur jacarandalila und Vögel fotografieren. Spatzen. 

Als er mit dem Fuß die Tür aufdeute, das Kaffeetablett in beiden Händen, das kleine Weiße offen, bewunderte sie seine schlanken, athletischen Proportionen und lächelte ihn liebenswürdig an.

„Das hätte er doch nicht machen müssen. Vielen Dank!“ 

Ihre Stimme fiel eine Oktave tiefer, klang auf einmal nach rauchiger Kellerbar. 

„Und wie unwiderstehlich er aussieht! Zieh er sofort das Hemd aus, ich kann es nicht ertragen!“

Er strahlte. Diese Frau war vielleicht etwas eigenartig, aber ihm war noch nie jemand faszinierenderes begegnet. In ihren guten Momenten würde er alles für sie tun. Er stellte das Tablett hastig auf die kleine Kommode am Fußende und sprang mit einer geschmeidigen Bewegung wieder ins Bett. 

„Ich glaube, das kann ich aber nicht allein, da brauche ich schon Hilfe…“ Er lag auf der Seite, sein abgewinkelter Arm stützte seinen Kopf. Mit der freien Hand unternahm er einen ungeschickten Versuch, sich das Hemd über die Schulter zu streifen. Er wollte ihre kühlen Finger auf seiner Haut spüren und warf ihr seinen – wie er hoffte – hilflosesten und unschuldigsten Blick zu. Dahinter forschte er in ihrem Gesicht. Ihre Stimmungen waren so unvorhersehbar, vielleicht würden sie am Ende doch nur Kaffee trinken. 

Hätte er mich jetzt noch ein wenig zappeln lassen, fände ich ihn spannender, dachte sie.